Wo bleibt da die Originalität?
- annekathrin kohout

- 12. Aug.
- 1 Min. Lesezeit
Viele erleben die gegenwärtige Kultur als homogen, wenig fordernd, zu erklärend und zugänglich. Sie vermissen Reibung, Geheimnis, spüren einen Distinktionsverlust und sehnen sich nach Individualität und Persönlichkeit. Verständlich. Unheimlich ist nur, wie schnell aus der Kritik an den Bedingungen kultureller Sichtbarkeit eine an kultureller Zugänglichkeit und Teilhabe wird. Weil alles auffindbar ist, erscheint das schwer Auffindbare plötzlich wertvoll, und weil alles erklärt wird, das Rätselhafte begehrenswert.
Über fehlende Gegenkultur zu klagen ist gerade sehr beliebt in den Sozialen Medien – und algorithmisch ziemlich erfolgreich. Nur ist die Beschwerde billig, während echter Widerstand Reichweite kostet.



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