KI-Brillen und das Verschwinden der fotografischen Situation
- annekathrin kohout

- vor 1 Tag
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„Mache Fotos, ohne den Moment anzuhalten“ – so bewirbt ein Influencer-Reel die neuen KI-Brillen. Ich nehme dieses Versprechen ernst und frage mich, was damit eigentlich verschwindet. Bisher gehörte zum Fotografieren immer ein Moment im Moment: die Kamera wird gehoben, das Gegenüber merkt es, kann posieren, sich abwenden, in jeden Fall mitverhandeln. Ohne diese Reibung wird das Machtgefälle total – eine Kamera, die deshalb perfekt funktioniert, weil niemand mehr auf sie reagieren kann. Und es geht noch weiter: Die Fotografie versprach ein „Es-ist-so-gewesen“, die KI-Brille verspricht ein „Das-bedeutet-das“. Sie schiebt sich damit nicht zwischen uns und die Welt, sondern zwischen Wahrnehmung und Bedeutung.



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