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Sofrischsogut
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KI-Brillen und das Verschwinden der fotografischen Situation
„Mache Fotos, ohne den Moment anzuhalten“ – so bewirbt ein Influencer-Reel die neuen KI-Brillen. Ich nehme dieses Versprechen ernst und frage mich, was damit eigentlich verschwindet. Bisher gehörte zum Fotografieren immer ein Moment im Moment: die Kamera wird gehoben, das Gegenüber merkt es, kann posieren, sich abwenden, in jeden Fall mitverhandeln. Ohne diese Reibung wird das Machtgefälle total – eine Kamera, die deshalb perfekt funktioniert, weil niemand mehr auf sie reagie

annekathrin kohout
25. Aug.


Wo bleibt da die Originalität?
Viele erleben die gegenwärtige Kultur als homogen, wenig fordernd, zu erklärend und zugänglich. Sie vermissen Reibung, Geheimnis, spüren einen Distinktionsverlust und sehnen sich nach Individualität und Persönlichkeit. Verständlich. Unheimlich ist nur, wie schnell aus der Kritik an den Bedingungen kultureller Sichtbarkeit eine an kultureller Zugänglichkeit und Teilhabe wird. Weil alles auffindbar ist, erscheint das schwer Auffindbare plötzlich wertvoll, und weil alles erklärt

annekathrin kohout
12. Aug.


Intellektueller Slop?
Zeitdiagnose als Content-Format: In den sozialen Medien trendet eine neue Form der Gegenwartsanalyse, die sich beim Zuhören immer einleuchtend anfühlt – und beim Nachdenken erstaunlich generisch. Hier geht's zur Kolumne.

annekathrin kohout
13. Juli


BTS in München
Comeback-Tour, eines von nur zwei Deutschlandkonzerten, Allianz-Arena. Mein Konzertbericht über eine makellose Glanzperformance – und eine große kollektive Streicheleinheit. Hier geht's zum Text.

annekathrin kohout
12. Juli


Digitale Machtressourcen
aus: Die Politische Meinung / Konrad-Adenauer-Stiftung Karoline Gosling sieht aus wie einem Influencer-Moodboard entsprungen und postet antifeministische Parolen. Es spricht viel dafür, dass es sie gar nicht gibt. Am Beispiel des mutmaßlich KI-generierten Baiting-Profils zeige ich, wie politische Akteure unsere Reaktionsbereitschaft bewirtschaften – und frage mich außerdem, was digitale Öffentlichkeit eigentlich noch abbildet. Hier geht's zum Text.

annekathrin kohout
3. Juli


React or it didn't happen
„ears: satisfied. brain: satisfied. eyes: satisfied. hands: jealous. mouth: hungry.“ Ohr, Hirn, Auge sind befriedigt; Hand und Mund sind es nicht. Sie sind eifersüchtig und hungrig, weil sie am Reiz nicht teilhaben können. Dieser Kommentar zirkuliert als virale Formel unter KI-generierten Videos und bringt zur Sprache, wie Bilder und Videos Erfahrungen versprechen, die sie gleichzeitig vorenthalten. Das ist der Motor der ihrer Verlockung - und damit beschäftigt sich die Ausst

annekathrin kohout
2. Juli


Wie viele Medien stecken im Bild?
Dick Higgins hat 1966 den Begriff „Intermedia“ geprägt – und damit ein Versprechen verbunden: Das Überwinden medialer Grenzen werde befreiend sein. Ich frage in diesem Text, ob generative KI dieses Versprechen einlöst. Auf den ersten Blick sieht es so aus: Fotografie, Malerei, Zeichnung fließen auf Prompt-Zuruf ineinander. Auf den zweiten aber nicht. Das Papst-in-Balenciaga-Bild kombiniert keine Medien, es imitiert eines – Streetwear-Fotografie. KI behandelt Medien als Stile

annekathrin kohout
11. Juni


Die Remythologisierung der Geschichte durch KI
Ein Klischee wiederholt ein vertrautes Muster – die KI verdichtet es. Und zwar so lange, bis uns irgendwann das Original zu banal vorkommt, um wahr zu sein. Über die Remythologisierung von Geschichte durch generierte Bilder. (Es geht auch um neue Herausforderungen bei der Recherche historischer Quellen.) Hier geht's zur Kolumne.

annekathrin kohout
10. Juni


re:publica 2026: Hyperreaktiv: Wie politische Akteure unsere Reaktionsbereitschaft bewirtschaften
In digitalen Öffentlichkeiten wird längst nicht mehr nur um Aufmerksamkeit gekämpft, sondern um die Kontrolle der Reaktionsdynamik. Wer politisch wirksam werden will, muss Reaktionen auslösen, Verdacht, Spekulation und Weiterverarbeitung in Gang setzen. Auf diese Weise lassen sich die Grenzen des Sagbaren ausdehnen, Narrative beeinflussen und Diskurse verschieben. Seien es strategische Leaks wie die Veröffentlichung der Epstein Files, die als wissentliche Einladung zum politi

annekathrin kohout
1. Juni


Mama, Bossbabe, Office Girl – Social Media als Lebensmodell
Soziale Medien haben das Leben von Frauen auf den Kopf gestellt. Instagram, TikTok & Co sind Bühne, Arbeitsplatz und manchmal auch hoch explosiv. Die ttt-Reportage taucht in eine Welt ein, in der Likes und Follower über Erfolg und Scheitern entscheiden. Doch wer sind die Frauen hinter den perfekt kuratierten Kanälen? Und wie viel Freiheit ist ihnen in diesem digitalen Kosmos wirklich möglich? Die Reportage stellt vier Frauen vor, die alle ihren eigenen Weg in der digitalen We

annekathrin kohout
31. Mai


Philip Grötzinger: Manntje, Manntje, Timpe Te
Dieser Text ist für die gleichnamige Ausstellung in 68 Projects der Berliner Kornfeldgalerie entstanden. Grimmsche Märchen sorgen verlässlich für Entsetzen. Denn, naja, sie sind nicht gerade friedvolle Gutenachtgeschichten. Und sie sind schon gar nicht für Kinder. Vielmehr landet man schnell mal bei abgehackten Händen, ausgestochenen Augen oder Verbrennungen höheren Grades. Ganz ohne Triggerwarnungen. Die Grimmschen Märchen waren zunächst eine Sammlung mündlicher Erzählungen,

annekathrin kohout
31. Mai


BRAVO – Headlines, Hypes und Herzschmerz
Die Doku-Serie von ARD Kultur zeigt, wie die BRAVO Casting-Shows, neue Pop-Phänomene und später Influencer:innen früh aufgreift und gleichzeitig an Einfluss verliert. BRAVO schrumpft vom wöchentlichen Leitmedium zu einer von vielen Marken im Netz. Was früher in Redaktionskonferenzen entschieden wurde, verlagert sich in die Feeds der sozialen Netzwerke. Die Mechanismen, die das Magazin ausmachten – Selbstinszenierung, Fankultur, Gemeinschaft – leben im digitalen Raum weiter. "

annekathrin kohout
30. Mai


Panzerkörper. Sibylle Rupperts Anatomie der Gewalt
Sibylle Ruppert (geb. 1942 in Frankfurt/Main, gest. 2011 in Paris) verarbeitete in ihren Arbeiten frühe Ängste und Kriegserfahrungen. In jener Nacht geboren, in der Frankfurt zum ersten Mal massiv bombardiert wurde, verbrachte sie ihre Kindheit zwischen Kinderzimmer und improvisiertem Luftschutzkeller. In ihren detailreichen Zeichnungen, Malereien und Collagen beschäftigte sich Ruppert mit ihren Traumata und den Rissen, die sie hinterlassen. Ihre Werke offenbaren eine Bildspr

annekathrin kohout
22. Mai


Echtheitsfilter Mensch
Es gibt eine neue Arbeitsteilung im Netz: Die KI produziert den Content, wir liefern die Glaubwürdigkeit. Playback war mal das Eingeständnis fehlender Echtheit – jetzt könnte es zur zentralen Kulturtechnik werden. Hier geht's zur Kolumne.

annekathrin kohout
14. Mai


Wir sind die Roboter: Interview mit Beeple
Mark Zuckerberg oder Picasso als Schoßhündchen des digitalen Zeitalters: Mit diesen Kreaturen hat Mike Winkelmann alias Beeple einen viralen Hit gelandet. Jetzt sind die "Regular Animals" in der Neuen Nationalgalerie Berlin zu sehen. Ein Gespräch über Populismus und Kunst in Zeiten des Plattformkapitalismus. Hier geht's zum Interview.

annekathrin kohout
3. Mai


Hyperpersonalisierung
aus: POP. Kultur und Kritik, Heft 1/2026 1,3 Millionen KI-Videos für 1,3 Millionen Kund:innen – und bald Werbung, Musik und Nachrichten, die im Moment des Ansehens entstehen und danach wieder verschwinden. In meinem neuen Essay für POP stelle ich das Marketing-Zauberwort „Hyperpersonalisierung“ in eine längere Diskursgeschichte: vom „Lagerfeuer der Nation“ über Andersons Long Tail bis zu Parisers Filterblase. Aber warum fühlt sich maximal personalisierte Kultur eigentlich so

annekathrin kohout
28. Apr.


Vom Trigger zum Ohrwurm
Das Weiße Haus als Lego-Animation verspottet: Iranische KI-Videos mit politischen Botschaften machen im Netz die Runde – produziert fürs westliche Publikum. Über Propaganda, die als Meme daherkommt: Hier geht's zur Kolumne.

annekathrin kohout
7. Apr.


Für immer und Dich. Über Anna Breits "These days I think a lot about the days that I forgot"
Immer wenn ich Familienfotos aus den Neunzigern sehe – egal, von wem –, habe ich das Gefühl, ich wäre dabei gewesen. Von diesem Wiedererkennungseffekt aus schreibe ich über Anna Breits Serie, die drei Generationen umfasst: ihre eigene, die der Mutter und die der Großmutter. Breit kombiniert Bilder aus dem Familienarchiv mit neuen analogen Aufnahmen, stellt die Vergangenheit aber nicht nach, sondern aktiviert sie: Eine Tischdecke, auf der es in ihrer Kindheit Brezeln gab, wird

annekathrin kohout
5. Apr.


Sibylle Springer: Der Körper der Bilder
Für den Katalog zu Sibylle Springers Ausstellung in der Kunsthalle Bremen habe ich drei Werkgruppen beschrieben, die alle um dieselbe Frage kreisen: Wie zeigen sich Frauen – und wie werden sie gezeigt? In „Wait for it“ porträtiert Springer alternde Popikonen: Madonna, Britney Spears, Patti Smith, Nena, Mariah Carey, Nina Hagen, Björk. Das Silber auf der Leinwand oxidiert, Nähte sind aufgetrennt, die Bildoberfläche altert und wird brüchig – genau wie die Porträtierten, genau w

annekathrin kohout
11. März


Warmes Wasser, heiße Takes
Chinesische Alltagskultur trendet – und Influencer liefern dazu die passenden Deutungen: Soft Power? Propaganda? Lifestyle? Ob der Take stimmt, ist dabei zweitrangig; Hauptsache, er ist pointiert. Zur Kolumne geht's hier entlang!

annekathrin kohout
10. März
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