Das Generische
aus: POP. Kultur und Kritik, Heft 2/2025
Alle Instagram-Gesichter sehen gleich aus, alle ChatGPT-Texte klingen gleich – man klassifiziert sie als generisch. Generische Erscheinungsweisen sind weder Originale noch Kopien und fühlen sich für viele bedeutungslos und leer an. In meinem Essay nehme ich das „Generische“ als eigenständiges ästhetisches Phänomen ernst und grenze es ab vom Standardisierten (das hatte ein Original), vom Klischee (das war mal originell) und vom Stereotyp (das will typisch sein, nicht funktional). Das Generische dagegen kennt kein Vorbild, es entsteht aus Millionen Mikro-Entscheidungen, Likes und Feedbackschleifen in Echtzeit. Das Generische ist Kreativität ohne Kreation.




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