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Für immer und Dich. Über Anna Breits "These days I think a lot about the days that I forgot"

5. Apr.
1 Min. Lesezeit

Immer wenn ich Familienfotos aus den Neunzigern sehe – egal, von wem –, habe ich das Gefühl, ich wäre dabei gewesen. Von diesem Wiedererkennungseffekt aus schreibe ich über Anna Breits Serie, die drei Generationen umfasst: ihre eigene, die der Mutter und die der Großmutter. Breit kombiniert Bilder aus dem Familienarchiv mit neuen analogen Aufnahmen, stellt die Vergangenheit aber nicht nach, sondern aktiviert sie: Eine Tischdecke, auf der es in ihrer Kindheit Brezeln gab, wird zur Requisite für ein neues Porträt der Mutter. Textilien sind dabei mehr als Motiv – die Mutter hat als Schneiderin gearbeitet –, sie sind Metapher fürs Verweben von Zeiten und Generationen. Mich interessiert, warum das nichts mit Nostalgie zu tun hat (die macht die Vergangenheit statisch und unerreichbar) und auch nichts mit der schonungslosen Linie eines Richard Billingham oder einer Nan Goldin. Vielmehr geht es um Hinwendung und Intimität, die durch Vertrauen entasteht.


Erschienen in: Anna Breit – These days I think a lot about the days that I forgot, hg. von Alfred Weidinger, mit Beiträgen von Annekathrin Kohout, Maria Venzl, Manfred Mandl-Kiblböck, Jennifer Taylor u. a. Katalog zur gleichnamigen Ausstellung im Francisco Carolinum Linz (kuratiert von Maria Venzl).




 
 
 

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