The Wizard of AI
- annekathrin kohout

- 20. Dez. 2023
- 1 Min. Lesezeit
„So wie Dorothy vom Sturm in eine andere Welt getragen wurde, hat uns Machine Learning in eine neue Realität versetzt.“ – Mit diesem Bild eröffnet Alan Warburton seinen Video-Essay "The Wizard of AI". Eine Arbeit, die nicht nur die Ästhetik generativer KI vorführt, sondern zugleich eine der dichtesten Zusammenfassungen der aktuellen KI-Debatten bietet: von der Faszination am Innovativen über die Sorgen um Jobverluste, Copyright-Fragen und Trainingsdaten bis hin zu den systemischen Vorurteilen, die in den Bildern fortgeschrieben werden.
Der Künstler bezeichnet sich als „AI Collaborator“ – und sein Essay ist tatsächlich das Ergebnis einer Zusammenarbeit von Mensch und Maschine. Herausgekommen ist eine ästhetisch dichte Montage, die uns von 80er-Jahre-Glow in film noir-artige Graphic Novels katapultiert.
Warburtons Arbeit ist so schillernd wie kritisch. „The Sauce hides a lot of mystery meat“, heißt es im Essay: Der glamouröse Glow der KI überstrahlt, was sie alles (noch) nicht kann. Im Deutschlandfunk habe ich über diese Ambivalenz gesprochen, die Verheißungen von Effizienz und Kreativität, aber auch die Schattenseiten. Im Abspann erinnert Warburton an die Kreativen, deren Arbeit durch KI zunehmend obsolet wird – mit einem „In Memoriam“ für all jene Berufsbilder, die für seine Produktion nicht mehr gebraucht wurden. Trotz aller Faszination bleibt die Frage : Welche Ästhetik, welche Ökonomie, welche Zukunft bringt uns die KI?


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